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Hören muss man lernen

Was nicht mehr wahrgenommen wird, geht langsam verloren.

Erste Lektionen erfolgen bereits im Mutterleib. Das Verstehen von Kommunikationssignalen setzt Erfahrung durch Lernen voraus.

Das heißt: Das Gehirn muss den Sinn eines Wortes mit der gelernten Erinnerung an das, was das Wort beschreibt, verknüpfen. Dies erfolgt über so genannte Synapsen oder auch neuronale Verbindungen.

Dabei handelt es sich um eine Art komplexes Datennetzwerk, in das alle Verarbeitungszentren des Gehirns eingebunden sind.

Übrigens beginnt dieser Prozess bereits im Mutterleib: Mit seinem ersten Klangerlebnis fängt das Lernen des Ungeborenen von Tönen und Geräuschen an. Vor allem nimmt es natürlich die Stimme der Mutter wahr – aber auch Laute von außen.

Vollständig bilden sich die Hörbahnen jedoch erst nach der Geburt aus. Dafür sind die akustischen Reize der Umwelt eine entscheidende Voraussetzung. Durch sie entwickeln Babys – schon lange bevor sie erste Worte sprechen – ein sicheres Gespür für die Klangbedeutung von Sprache.        

Sie erkennen Emotionen wie Freude oder Ärger, ohne die entsprechenden Wörter bereits zuordnen zu können. Auf die soziale Entwicklung, das Verstehen- und Sprechenlernen, hat das zentralen Einfluss.

Beim Nachlassen des Hörvermögens verschwinden zunächst nur die hohen Frequenzen. Im weiteren Verlauf des Prozesses verringert sich das hörbare Spektrum immer mehr.

Das Gehirn wird folglich in seiner Unterscheidungsleistung weniger und weniger gefordert, da ein immer schmaleres Frequenzspektrum zur Auswahl verbleibt.

Schließlich verlernt es die Fähigkeit der Gewichtung akustischer Signale weitestgehend und damit nach und nach die des Hörens. Aus diesem Grunde ist es so wichtig, dass selbst eine geringe Hörminderung nicht einfach so hingenommen wird.

Je früher man sich entschließt etwas dagegen zu tun, umso aussichtsreicher sind die Chancen auf weiteres gutes Hören.